Risikoabschätzung bei MS im Rahmen der Corona-Pandemie

MS erhöht grundsätzlich nicht das Risiko an einer Coronainfektion zu erkranken, ausser bei zusätzlicher Bettlägerigkeit oder schweren Atemwegserkrankungen.

Nach heutigem Kenntnisstand ist das Risiko bei Behandlung mit Tysabri, Ocrevus, Tecfidera oder Aubagio ebenfalls nicht erhöht, da all diese Medikamente nicht zu einer generellen Immunsuppression führen.

Bei Gilenya ist das Risiko nur erhöht, wenn Atemwegserkrankungen vorliegen oder die Gesamtzahl der Leukozyten eine bestimmte Grenze unterschreitet. Das wird aber regelmäßig überwacht und wird deshalb schnell erkannt.

Wenige Patienten erhalten Azathioprin; dieses Medikament führt zu einer generellen Immunsuppression und insofern besteht für diese Patienten ein etwas erhöhtes Risiko. Aus gleichem Grund besteht ein leicht erhöhtes Risiko unter Cortisonstoßtherapie. Aktuell sollte deshalb ein Cortisonstoß nur erfolgen, wenn deutliche Schubsymptomatik vorliegt.

Dr. med. Doris Botzler