COVID-19: Impfung und MS

Gerade Patienten die von einer Autoimmunerkrankung wie MS betroffen sind, haben häufig Fragen zu den verfügbaren Impfstoffen gegen COVID-19. Hier sind die wichtigsten Überlegungen dazu in Kürze zusammengestellt (im Zweifel ersetzt das jedoch nicht einen Besuch bei uns bzw. Ihrem behandelnen Arzt).

Verschiedene Impfstofftypen

Gegen COVID-19 sind nach aktuellem Stand in Deutschland drei Impfstoffe zugelassen. Sie beruhen auf zwei verschiedenen Technologien:

  • Der Impfstoff von AstraZeneca ist ein Vektorimpfstoff
  • Die Impfstoffe von Biontech / Pfizer und Moderna beruhen auf der neuartigen mRNA-Technologie.

Von Experten werden alle derzeit bei in Deutschland verfügbaren Impfstoffe als unbedenklich angesehen, auch unter Immunsuppression.

Empfehlung bei MS

Vereinzelt haben vektorbasierte Impfstoffe jedoch zu MOG-assoziierten Neuromyelitis-optica-Erkrankungen geführt.

Entsprechend rät die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft von der Nutzung vektorbasierter Impfstoffe im Zusammenhang mit Multipler Sklerose eher ab, da eine Schubauslösung nicht ausgeschlossen ist. Im Gegensatz dazu konnte bei der isrealischen Impfkampagne mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech bislang bei 500 geimpften MS-Patienten kein Schub beobachtet werden.

Für Personen unter 65 Jahren wird derzeit in Deutschland in aller Regel der AstraZeneca Impfstoff eingesetzt. Impfwillige haben beim Impftermin keine Möglichkeit der Wahl des Impfstoffes. Es bleibt also eine ganz individuelle Entscheidung sich möglichst bald zu schützen und einen vektorbasierten Impfstoff zu akzeptieren, oder aber abzuwarten ob in einer nahen Zukunft möglicherweise doch die Auswahl des Impfstoffes möglich werden wird.

Impfung und MS-Therapie

In der MS-Therapie sollte keine Gabe von Ocrelizumab innerhalb von 4 Wochen nach Abschluß der Impfung erfolgen. Zwischen den beiden Impfdosen der COVID-19-Impfung liegen zwischen 21 und 28, im Extremfall aber bis zu 42 Tage. Es kann es also dazu kommen, dass eine COVID-19-Impfung einer knapp 10 Wochen später geplanten Gabe von Ocrelizumab entgegensteht falls die zweite Impfdosis erst nach 42 Tage verabreicht wird.

Falls Sie bereits gegen COVID-19 geimpft wurden und Ocrelizumab bei uns erhalten sollen, bringen Sie bitte Ihren Impfpass mit.